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Gender Pay Gap – die geschlechtsspezifische Lohnlücke und ihre Ursachen

Policy Brief WSI Nr. 7 der Hans-Böckler-Stiftung

Bei der Entgeltgleichheit gehört Deutschland zu den Schlusslichtern in der EU: Der Gender Pay Gap – also der Unterschied zwischen den durchschnittlichen Bruttostundenlöhnen von Männern und Frauen – beträgt hierzulande rund 21 Prozent.

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht dennoch keinen Handlungsbedarf: Schließlich sei die auf Basis von statistischen Analysen „bereinigte“ Lohnlücke erheblich kleiner.

Zu den entscheidenden Faktoren des Gender Pay Gaps gehören laut Berechnungen des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2010 Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei Beruf und Branche, Führungspositionen und Qualifikation sowie dem Beschäftigungsumfang. Wenn man diese Faktoren berücksichtigt, bleibt ein „unerklärter“ Rest von sieben Prozent. Das IW hat zusätzlich Erwerbsunterbrechungen herausgerechnet und kommt so für das Jahr 2013 auf einen Wert von nur noch 3,8 Prozent. Die IW-Forscher ziehen aus ihren Simulationsrechnungen den Schluss, dass Lohndiskriminierung kein nennenswertes Problem darstellt.

Für Dr. Christina Klenner ist diese Argumentation irreführend. Denn auch hinter dem „erklärten“ Teil des Gender Pay Gap verbirgt sich zum Teil Diskriminierung, analysiert die Genderforscherin am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Mehr unter der URL: idw-online.de/de/news655928 .

Weitere Informationen: http://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_pb_7_2016.pdf - Christina Klenner, Susanne Schulz, Sarah Lillemeier: Gender Pay Gap – Die geschlechtsspezifische Lohnlücke und ihre Ursachen, Juli 2016