Scientifica:  News Detailansicht Springe direkt zum Inhalt

Sie sind hier:

Inhalt

Aktuelle Nachrichten – Details

Unstatistik des Monats: Nichts dazugelernt – Equal Pay Day weiter falsch

Um wieviel verdienen denn Frauen nun eigentlich weniger als Männer? Die Statistiker streiten sich noch.

Hintergrund: Der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Bochumer Ökonom Thomas Bauer und der Dortmunder Statistiker Walter Krämer haben im Jahr 2012 die Aktion „Unstatistik des Monats“ ins Leben gerufen.


Die aktuelle "Unstatistik" des Monats März betrifft den "Equal Pay Day" - dieser sei, so die Autoren der "Unstatistik des Monats", falsch berechnet.

Der üblichen Berechung zufolge verdienten erstens Frauen im Durchschnitt 22 Prozent weniger als Männer. Und wenn Frauen dann zweitens 22 Prozent länger arbeiteten als Männer, hätten sie am 19. März das Jahreseinkommen der Männer erreicht.

"Beide Überlegungen sind falsch. In gegebenen Berufen verdienen Frauen nicht 22 Prozent, sondern um die 5 Prozent weniger als Männer. Das ist zwar gleichfalls ungerecht, aber weit weniger extrem. Die 22 Prozent resultieren vor allem daraus, dass Frauen häufiger in schlecht bezahlten Berufen und in Teilzeit arbeiten. Dieser Sachverhalt wird in vielen Medien irreführend dargestellt. Aber auch wenn man die 22 Prozent Minderverdienst als korrekt akzeptiert, bleibt der Equal Pay Day falsch. Denn dann müssten Frauen nicht 22 Prozent, sondern 27 Prozent länger arbeiten, um das Einkommen der Männer zu erreichen." Darauf habe die "Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV) bereits vor Jahren hingewiesen", so die Autoren der "Unstatistik des Monats".

Genaueres zum "Equal Pay Day" als falsch berechneter Statistik ist unter http://www.rwi-essen.de/unstatistik/53/ zu finden.